Naturschutz, Regionalentwicklung & Tourismus

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Willkommen
im Naturpark Thüringer Wald

Wald und Forst im Naturpark Thüringer Wald

Die Wälder – Reichtum des Naturparks Thüringer Wald

Der Wald ist Wasserspeicher und Klimaregulator, er sorgt für saubere Luft, produziert Sauerstoff und ist Anziehungspunkt für Erholungssuchende und Urlaubsgäste aus nah und fern. Nicht zu vergessen ist seine Bedeutung für den Erosionsschutz an steilen Berghängen und als Holzlieferant. Holz ist nach wie vor ein ökologisch wertvoller Rohstoff, denn es wird umweltfreundlich produziert und für seine Verarbeitung muss wesentlich weniger Energie aufgewandt werden, als für Ersatzmaterialien.

Aber Wald ist nicht gleich Wald. Das wird man auch bei Wanderungen durch den Naturpark Thüringer Wald feststellen. In einigen Gebieten dominiert die Rotbuche und verleiht mit ihren säulenförmigen Stämmen und kuppelartigen Kronen dem Wald einen großräumigen Eindruck, in anderen stehen Fichten dicht bei dicht und lassen kaum einen Lichtstrahl auf den Waldboden fallen. Natürlich gibt es, wie überall in der Natur, unendlich viele Übergangsformen.

Waldbilder heute

Das Gebiet des Naturparks Thüringer Wald überstreicht mehrere Naturräume: den Nordwestlichen Thüringer Wald, den Mittleren Thüringer Wald, das Hohe Thüringer Schiefergebirge und Bereiche der nördlichen und südlichen Gebirgsvorländer. Im Naturraum „Nordwestlicher Thüringer Wald“ dominieren Buchenwälder. Im Mittleren Thüringer Wald und im Hohen Schiefergebirge dominieren Fichtenreinbestände. Hier sind aber auch Reste der ursprünglichen Bergfichtenwälder anzutreffen. Abwechslungen in das Landschaftsbild geben ausgedehnte Bergwiesen, Hochmoore und Talsperren.

Während die genannten Naturräume mit einem Flächenanteil von jeweils mehr als 80% von Wald bedeckt sind, werden die Gebirgsvorländer vorwiegend landwirtschaftlich genutzt. Die günstigeren klimatischen Verhältnisse führen hier zum natürlichen Vorkommen zahlreicher wärmeliebender Pflanzen- und Tierarten.

Naturnaher Laubmischwald

Der Nordwestliche Thüringer Wald der die nordwestliche Spitze des Thüringer Gebirges einnimmt und bis zur Linie Friedrichroda-Schmalkalden reicht, wird auch heute noch von buchenreichen Wäldern bedeckt, die weitgehend der ursprünglichen Baumartenzusammensetzung entsprechen. Steil ansteigende Berge, tief eingeschnittene kurze Flusstäler, eine scharfe Kammlinie, auf welcher der sagenumwobene Rennsteig verläuft, kennzeichnen das geographische Bild dieser Landschaft, die von dem 916 m hohen und weithin sichtbaren Großen Inselsberg beherrscht wird.

Die Wälder werden von der Rotbuche (Fagus silvatica) geprägt, in den tieferen Lagen entlang der Bäche gesellen sich dazu Bergahorn (Acer pseudo-platanus), Esche (Fraxinus excelsior) und Hainbuche (Carpinus betulus). Auf nährstoffarmen Standorten im Inneren des Gebirges wird der Buchenwald von der Schmalblättrigen Hainsimse (Luzula luzuloides) begleitet und bildet den montanen Hainsimsen-Buchenwald; auf kalk- und nährstoffreicheren Böden, vor allem am Gebirgsrand, steht der Waldmeister-Buchenwald, den neben dem als Gewürzpflanze bekannten Waldmeister (Galium oderatum) auch die violett blühende Zwiebeltragende Zahnwurz (Dentaria bulbifera) charakterisiert.

In den engen Tälern und Schluchten haben sich Eschen-Ahorn-Schlucht- und -Schutthangwälder ausgebildet. Hier findet sich die wegen einer Krankheit stark im Rückgang befindliche Bergulme (Ulmus glabra) sowie der vor allem durch seine leuchtendroten Beeren im Herbst auffallende Trauben-Holunder (Sambucus racemosa). An den feuchtesten Stellen, oft unmittelbar am Wasser, fällt das Echte Springkraut (Impatiens noli-tangere) mit seinen großen, gelben Blüten ins Auge. In den tieferen Lagen wird es leider zunehmend von dem aus dem Himalaja stammenden größeren und rosa-violett blühenden Drüsigen Springkraut (Impatiens glandulifera) verdrängt.

Die Tanne (Abies alba) war einst in den Buchen-Mischwäldern verbreitet. In der Inselsbergregion hatte sie ihre natürliche, nordwestliche Verbreitungsgrenze, ist aber dort heute weitgehend verschwunden.

In naturnahen Laubmischwäldern gelangt das Licht durch die Vielfalt der Baumarten und deren unterschiedliches Alter an vielen Stellen bis auf den Boden. Dadurch finden hier viele Bodenpflanzen (Geophyten) Entwicklungsmöglichkeiten, und es kommt zu einer ausgeprägten Schichtung.

Baumschicht:                         bildet mit dem Kronendach den Abschluss

Strauchschicht:                     mehrjährige Sträucher und junge Bäume

Krautschicht:                         ein- und mehrjährige Kräuter, die besonders dem Frühlingswald sein buntes Kleid verleihen.

Moosschicht:                         Moose und Pilze

Falllaubschicht:                     abgeworfene und verrottende Blätter

Jahr um Jahr legt sich auf den Waldboden erneut eine Schicht aus abgestorbenen Pflanzen und Laubblättern. Von zahllosen Bodenlebewesen zerkleinert und durchmischt, entsteht daraus Humus. Er ist an seiner schwarzen bis dunkelbraunen Farbe zu erkennen. Durch Regenwasser und wühlende Tiere wird die Humussubstanz in den darunter liegenden Mineralboden transportiert und es entstehen fließende Übergänge. Die Falllaubschicht bleibt in einem naturnahen Laubmischwald sehr dünn, denn die Pflanzenreste werden innerhalb eines Jahres zersetzt und so dem natürlichen Stoffkreislauf wieder zugeführt.

Je vielfältiger die Pflanzenwelt, desto reichhaltiger auch das Tierleben. Laubmischwälder bieten durch ihren Strukturreichtum vielfältige Brut- und Lebensmöglichkeiten und ein umfangreiches Nahrungsangebot. So können auf der Waldfläche von nur einem Quadratkilometer 80 bis 100 verschiedene Brutvögel vorkommen. Das ist möglich, weil sich die einzelnen Arten im Ort ihres Nahrungserwerbes, in der Technik der Nahrungssuche und in der Art ihrer Nahrung unterscheiden.

Artenvielfalt und Anteil seltener Spezialisten nehmen mit dem Alter der Bäume zu. So benötigen große Horstbauer (Greifvögel, Schwarzstorch) oder Höhlenbrüter (Spechte, Eulen, Hohltaube) Mindesthöhen der Bäume und altersbedingte Strukturen (abgestorbene Äste, Höhlen etc.). Als Charaktervogel der Buchenwälder kann der Waldlaubsänger (Phylloscopus sibilatrix) angesehen werden. Er errichtet im Frühjahr sein Nest am Waldboden. Im Gegensatz dazu meißelt der Schwarzspecht (Dryocopus martius) seine Bruthöhle in dicke, hohe Einzelbäume. Dieser größte unserer Spechte fällt vor allem durch seine lautes „Lachen“ und die folgenden, weitschallenden Trommelwirbel auf. Diese Lautäußerungen dienen der Revierkennzeichnung und haben nichts mit dem Nahrungserwerb zu tun.

Seine geräumigen Baumhöhlen werden gerne von Nachnutzern, wie den Rauhfußkauz (Aegolius funereus) oder der Hohltaube (Columba oenas), aber auch verschiedener Fledermausarten genutzt.

Zahlreiche Vögel der Laubmischwälder sind zu Kulturfolgern geworden und aus Parks und Gärten allgemein bekannt. Dazu gehört der blaugraue Kleiber (Sitta europaea), der als wendiger Klettervogel kopfüber an Bäumen laufen kann.

Auch wenn das Reh (Capreolus capreolus) überall in Thüringens Wäldern anzutreffen ist, findet es doch als „Gebüschschlüpfer“ im Laubwaldgebiet beste Bedingungen. Ebenso bevorzugt das Wildschwein (Sus scrofa) als vielseitiger Allesfresser Laub- und Mischwälder, ist aber wegen des reicheren Nahrungsangebotes auf landwirtschaftlichen Nutzflächen vor allem in den Gebirgsvorländern anzutreffen. Als Neubürger unserer Fauna ist das aus felsigen Gebirgslandschaften der Mittelmeerinseln Korsika und Sardinien stammende kurzhaarige Wildschaf, das Mufflon (Ovis ammon musimon) aufzuführen. Der Thüringer Bestand geht auf Ansiedlungen in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts zurück. Die imposante Trophäe (Schnecken) machte es als Jagdwild interessant. Seine Vorkommen befinden sich in Laubwaldgebieten des Gebirgsvorland sowie in Nord- und Ostthüringen.

Den weitaus größten Anteil der Tiere im Laubwald stellen jedoch die Insekten. So leben allein an der Rotbuche über 208 verschiedene Insektenarten, von denen 23 auf diese Baumart angewiesen sind (Brauns 1991). Auffällig werden sie dem Nichtspezialisten in der Regel nur, wenn es zu Massenentwicklungen (Kalamitäten) kommt und der Wald dadurch sichtbar geschädigt wird. Gerade die Rotbuche (Fagus silvatica) ist aber von Schadinsekten recht wenig betroffen, wie die jährlich vom Thüringer Ministerium für Landwirtschaft, Naturschutz und Umwelt herausgegebenen Waldzustandsberichte zeigen.

Bergfichtenwälder als Naturwaldrelikte

Die wenigen inselartigen Reste der natürlichen Bergfichtenwälder sind am Vorkommen von Wolligem Reitgras (Calamagrostis villosa), Europäischem Siebenstern (Trientalis europaeus) und Rippenfarn (Blechnum spicant) zu erkennen. Der Wollreitgras-Fichten-Bergwald ist in einigen Naturschutzgebieten um Oberhof oder in den Randbereichen der Hochmoore erhalten geblieben.

Fichtenreinbestände – Erbe unserer Vorfahren

Heute sind weite Teile des Thüringer Waldes von Fichten (Picea abies) bestanden. Dies trifft vor allem auf die Landschaftseinheiten des Mittleren Thüringer Waldes und des Hohen Thüringer Schiefergebirges zu. Dies entspricht nicht den natürlichen Verhältnissen, sondern ist das Ergebnis der forstlichen Bewirtschaftung. Die Aufforstung von durch Übernutzung entstandenen Kahlflächen durch Begründung von Nadelholzbeständen kann im 18. und 19. Jahrhundert als „Kulturtat“ der Forstleute bewertet werden, da die kahlen Flächen binnen kürzester Zeit unter schwierigen wirtschaftlichen Bedingungen wieder bewaldet wurden.

Das Anlegen der Fichtenforste führte zu einer außerordentlichen Verbesserung der Leistungsfähigkeit der Wälder. Es entsprach auch den Grundsätzen der nachhaltigen Waldbewirtschaftung im Sinn ihrer Gründungsväter. Im 20. Jahrhundert führten insbesondere die Auswirkungen zweier Weltkriege und der ansteigende Holzbedarf der Wirtschaft zur Bevorzugung des Nadelholzes. Auch in der Folge der Sturm- und Borkenkäferkatastrophe der Jahre 1946 bis 1949 entstanden großflächige Fichtenreinbestände im Thüringer Wald.

Für Pflanzen und Tiere bieten Fichtenreinbestände sehr einförmige Lebensbedingungen. Sind die Bäume herangewachsen, schließen ihre Wipfel ganzjährig so dicht, dass kaum ein Sonnenstrahl auf den Waldboden gelangt. Deshalb können hier keine auf Licht angewiesene Bodenpflanzen gedeihen. An lückigen Stellen erscheinen Waldsauerklee (Oxalis acetosella), Harzlabkraut (Galium hercynicum), Heidelbeere (Vaccinium myrtillus) und verschiedene Farn-Arten. Moose sind an geringes Lichtangebot gut angepasst, ihnen reichen bisweilen 0,1% des normalen Tageslichtes zum Wachstum. Im Fichtenforst bildet sich daher häufig eine ausgeprägte Moosschicht. Nur an Wald- und Wegrändern sowie in Bestandeslücken, an die etwas Licht gelangt, kann sich eine Krautschicht aus Gräsern und Stauden entwickeln.

Ganz ohne Licht können Pilze leben, die hier wegen der fehlenden Konkurrenz durch Blütenpflanzen gute Entwicklungsbedingungen vorfinden. Maronenröhrling (Boletus badius) und Perlpilz (Amanita rubescens) bereichern als schmackhafte und ergiebige Speisepilze im Sommer und Herbst die Mahlzeiten vieler Pilzsammler. Die Kundigen werden noch viele andere, genießbare Arten finden. Da jedoch auch zahlreiche Giftpilze in Thüringens Wälder wachsen, sollte man nur die Pilze sammeln und verspeisen, die man genau kennt!

Die aus den Fichtenkronen herabfallende Nadelstreu wird nur sehr langsam und unvollständig zersetzt. Der entstehende Rohhumus lagert sich zu einer dicken Schicht ab. Die dabei freiwerdenden Säuren können nicht neutralisiert werden und führen zu einer Versauerung des Bodens. Die Humusschicht wird kaum mit dem darunter befindlichen Mineralboden vermischt und bleibt deshalb nährstoffarm.

Die einförmigen Lebensbedingungen der Fichtenforste führen zur Einschränkung von Nistmöglichkeiten und des Nahrungsspektrums. Tierarten, die sich auf das Leben im Fichtenforst spezialisiert haben, finden dagegen hier sehr gute Lebensbedingungen. Dazu gehören Winter- und Sommergoldhähnchen (Regulus regulus und ignicapillus). Mit 5g Gewicht handelt es sich um die kleinsten Vertreter unserer heimischen Vogelwelt. Sie brüten in dichtbenadelten Fichtenzweigen und benutzen hier das ganzjährige Angebot an Insekten zur Ernährung. Der Tannenhäher (Nucifraga caryocatactes) knackt mit seinem kräftigen Meißelschnabel Fichtensamen und Haselnüsse und legt davon im Herbst Vorräte an. Die merkwürdigste Anpassung an die aus Fichtensamen bestehende Nahrung zeigt der Fichtenkreuzschnabel (Loxia curvirostra). Sein gekreuzter Schnabel ist ein hervorragendes Werkzeug, um die Zapfenschuppen zu öffnen. Deshalb brütet er mit Vorliebe im Winter, wenn die Fichtensamen ausgereift sind. Im Thüringer Wald ist er regelmäßiger Brutvogel, den man allerdings nur selten zu Gesicht bekommt.

Rothirsch – „König der Wälder“

In den ausgedehnten Wäldern und Forsten ist auch der „König des Waldes“, der Rothirsch (Cervus elaphus) zu Hause. Zählungen im Jahre 2000 ergaben im Thüringer Wald einen Bestand von etwa 8.000 Stück. Durch die nächtliche Lebensweise entziehen sich die Tiere jedoch meist dem Auge des Wanderers. Sie bevorzugen Waldgebiete mit eingestreuten Lichtungen und Wiesen. Als Nahrung dienen ihnen Gräser, Kräuter, Pilze, Beeren sowie Laub, junge Zweige und Rinde.

Während der jährlichen Fortpflanzungszeit (Brunft) im September/Oktober versucht der Platzhirsch durch seine imposante Erscheinung und die weithallenden Brunftrufe (Röhren) möglichst viele weibliche Tiere um sich zu scharen und Rivalen von seinem Rudel fernzuhalten. Dabei kommt es regelmäßig zu erbitterten Kämpfen zwischen gleichstarken Hirschen.

Das nur von den männlichen Tieren getragene Geweih ist eine Hautknochenbildung. Bei den Hirschen des Thüringer Waldes kann es ein Gewicht von 7 bis 8 kg erreichen. Im zeitigen Frühjahr wird es abgeworfen und innerhalb von 100 Tagen neu gebildet.

Die Rotwildbestände wurden ursprünglich von Bär, Wolf und Luchs kurzgehalten. Durch deren Fehlen und unsachgemäße Wildbewirtschaftung kommt es zu einer überhöhten Populationsdichte und damit zur Störung des ökologischen Gleichgewichtes. Dies führt häufig zu Wildschäden. Eine Regulierung des Rotwildbestandes durch Bejagung ist deshalb zur Schaffung gesunder Wald- und Wildbestände zwingend erforderlich.

Insekten und Gegenspieler

Die Zahl der an Fichten lebenden Insekten ist sicher nicht wesentlich von der unterschieden, die wir für die Rotbuche nannten. Darunter gibt es mehrere Arten, die beim Massenauftreten erhebliche Schäden verursachen, ja ganze Wälder vernichten. In den Forsten können sie sich wie im „Schlaraffenland“ entwickeln. Als gefährlichster Forstschädling Europas gilt der Große Achtzähnige Fichtenborkenkäfer oder „Buchdrucker“ (Ips typographus). Die nur 4-5mm großen, schwarzbraunen Käfer entwickeln sich in der Rinde von Fichten. Dort fressen die Weibchen einen Muttergang, in dem sie die Eier ablegen. Die geschlüpften Junglarven fressen mehr oder weniger rechtwinklig davon ausgehende Seitengänge, in deren erweiterten Ende die Verpuppung stattfinden. So entsteht das typische, an einen Buchdruck erinnernde Fraßbild. Die geschlüpften Käfer verlassen den Stamm durch kleine Löcher, um auszuschwärmen und nach kurzem Reifungsfraß neue Bäume zu befallen bzw. in der Bodenstreu zu überwintern. Durch die Anlage der Brut- und Fraßgänge wird die saftleitende Bastschicht der Bäume zerstört, was zu deren Absterben führen kann. Die Fichten wehren sich dagegen, indem sie die Gänge mit Harz verkleben. Deshalb werden vor allem geschwächte Bäume befallen. So kann es in Fichten-Monokulturen, die durch Schnee oder Windbruch bereits vorgeschädigt sind, leicht zur Massenvermehrung des Fichtenborkenkäfers kommen. Von kleinen Herden ausgehend kann sich dann der Befall schlagartig ausweiten und ganze Wälder vernichten. Um solchen Katastrophe vorzubeugen, erfolgt eine laufende Überwachung der Borkenkäferpopulation. Dazu werden Fangbäume geschlagen und Schlitzfallen mit Lockstoffen aufgestellt, die man ständig kontrolliert.

Als Gegenspieler der Schadinsekten können Ameisen angesehen werden, deren Nesthügel deshalb gern gesehen sind. Häufig werden sie von Roten Waldameisen (Formica spec.) errichtet. Der sichtbare Kuppelbau ist nur ein kleiner Teil des Nestes über einem viel größeren unterirdischen Bereich. Hier können mehrere Millionen Waldameisen zusammen leben. Ameisen vertilgen große Mengen pflanzenfressender Insekten, darunter viele Forstschädlinge und bilden zugleich die Nahrungsgrundlage für andere Tiere (z. B. Spechte). Vor deren zerstörerischen Attacken werden die Ameisenhügel von Naturschützern mit Hilfe eines übergestülpten Gitters geschützt.

Die bis zu 2 cm große Rossameise (Camponotus herculeanus) legt in Stubben und lebenden Bäumen Fresshöhlen an und gilt deshalb als Baumschädling. Ihre Anwesenheit ist an großen, sägespanartigen Holzresten am Fuße der Bäume erkennbar.

Wälder der Zukunft – Naturnahe Mischwälder

Die nur aus einer Baumart bestehenden und zudem noch gleichaltrigen Fichtenbestände bergen große Risiken und werden daher zunehmend auch von Forstfachleuten kritisch gesehen. Obwohl die Fichte zukünftig wirtschaftliche Bedeutung behalten wird, ist der Waldumbau, d.h. die Entwicklung der Nadelholzreinbestände zu naturnahen Mischwäldern, zur Schwerpunktaufgabe nicht nur im Thüringer Wald geworden. Neben der Veränderung des Artenspektrums, in dem der Laubbaumanteil deutlich erhöht werden soll, geht es dabei aber auch um ein, der natürlichen Wachstumsdynamik angepasstes Nebeneinander verschiedener Altersstufen der Bäume.

Quelle: Rainer Samietz, Karina Kahlert, Dr. Gerald Slotosch (2006): Rauschende Wälder. In: Naturparkatlas Thüringer Wald – Informationen zu Natur- und Heimatkunde, zu Freizeit und Erholung. (Hrsg.) Naturpark Thüringer Wald, S. 14-21.